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< RWO19: 3. RLT O19 in NRW im Doppel
18.01.16 11:00 Alter: 5 Jahr/e

Von: Heinz Kelzenberg

RWO19: Stahlberg und Schmitz holen sich ihre ersten Einzeltitel – Athleten aus neun Vereinen auf dem Treppchen

Westdeutsche Meisterschaft O19 2016 in Refrath


Zum achten Mal fand das höchste NRW-Turnier in Bergisch Gladbach-Refrath statt und auch für das kommende Jahr hat sich der Bergische Bundesligaclub wieder um die Ausrichtung beworben. Das Zusammenspiel zwischen Turnierleitung, Referee Günter Wagner sowie Wilfried Jörres und Miles Eggers klappte reibungslos, so dass der erste Turniertag bereits gegen 18:30 Uhr nach den Halbfinalspielen im Mixed, Herren- und Dameneinzel beendet war.

Auch am Sonntag verlief das Turnier aus organisatorischer Sicht hervorragend, obwohl sich die Finalspiele weit in den späten Nachmittag hineinzogen und leider nur noch vor halbvollen Zuschauerrängen stattfinden mussten.

Leider hatte die Titelverteidigerin im Dameneinzel, Katharina Altenbeck, krankheitsbedingt gar nicht erst gemeldet und mit Alexander Roovers, Mathieu Pohl und Matthias Kuchenbecker sagten gleich drei der Top-8-Gesetzten kurzfristig ab.

Dennoch erlebten die zahlreichen Zuschauer am Samstag und Sonntag interessante, spannende Matches und zum Ende auch durchaus sehenswerte Endspiele.

Mixed: Lohau/Röthel das nötige Quäntchen besser

Mit Blick auf die Setzliste hatten nicht wenige auf die eingespielte Zweitligapaarung Wachenfeld/Köhler aus Langenfeld oder auf die Titelverteidiger Stoppel/Riffelmann aus Hohenlimburg gewettet. Doch beide Topgesetzten Paare verloren ihre Halbfinalspiele. Dabei war der Erfolg der Solinger Niclas Lohau/Jessica Röthel hauchdünn und der von Malte Laibacher/Lisa Kaminski (Hohenlimburg/Beuel) erstaunlich glatt. Im Finale setzten sich dann einen Tag später Lohau/Röthel wiederum in zwei Sätzen durch und ließen dabei mit 21:15, 21:14 keine Zweifel offen, dass beide diesen ersten Westdeutschen Meistertitel mehr als verdient hatten.

Herreneinzel: Schmitz nutzt Waldenbergers Pech

Nach der Absage von Titelverteidiger Alexander Roovers lautete für die meisten der Finaltipp „Laibacher gegen Waldenberger“. Doch den 22-jährigen Hohenlimburger Malte Laibacher ereilte bereits in der Runde der letzten Acht das Aus gegen den gut aufgelegten Emsdettener Alexander Schmitz. Parallel bezwang der 35-jährige Routinier Benny Wannhoff, beflügelt von der Geburt seines dritten Kindes, Christopher Skrzeba. Ebenso bezwang Niklas Niemczyk Steffen Hohenberg und Kai Waldenberger den Überraschungsmann Thorsten Kunkel.

In zwei einseitigen Halbfinals spielten sich schließlich Waldenberger und Schmitz ins Endspiel, welches nach 15:7-Führung des 32-jährigen Refrathers zu einer einseitigen Partie zu werden drohte. Doch nachdem sich Waldenberger im Ballwechsel zum 15:10 einen Bänderriss zugezogen hatte, war der Weg frei für Alexander Schmitz. Das Spiel wurde zwar trotz Waldenbergers Handicap noch von beiden Kontrahenten zu Ende gespielt, doch der Emsdettener ließ auf dem Weg zu seinem umjubelten ersten Titel nichts mehr anbrennen. Waldenberger hingegen verpasste aussichtsreich seine erste Westdeutsche Meisterschaft, die ihm viele in der Halle gegönnt hatten.

Dameneinzel: Mette Stahlberg gewinnt ersten Einzeltitel

Im letzten Jahr konnte sie im Finale eine komfortable Führung nicht „nach Hause bringen“, doch diesmal gelang der 24-jährigen Refratherin Mette endlich der Titelgewinn.

In zwei recht sicheren Sätzen gewann sie gegen die Bayerin Brid Stepper, die seit dieser Saison für den 1.BC Wipperfeld spielt. Stepper hatte bis dahin alle ihre Spiele locker gewinnen können und auch im Halbfinale gegen die zweite Refratherin Janice Kaulitzky keine Blöße gezeigt. Überraschend stand die 16-jährige Anke Fastenau, während der Saison aus Baden-Württemberg nach Beuel gewechselt, in der Runde der letzten Vier, nachdem sie mit Hacks und Weinzettel zwei erfahrene Gegnerinnen hatte ausschalten können.

Herrendoppel: Favoriten ließen auf der Zielgerade nach

Hier standen die Top-4-Gesetzten letztlich auch im Halbfinale. Die an Eins positionierten Denis Nyenhuis (Refrath)/Philipp Wachenfeld (Langenfeld) unterlagen dort gegen Christian Bald und Fabian Stoppel aus Hohenlimburg. Über drei hochklassige Sätze ging das zweite Halbfinalspiel, in dem Malte Laibacher/Alexander Schmitz das Nachsehen hatten und den Routiniers Thorsten Hukriede/Hendrik Westermeyer (zusammen stolze 75!! Jahre alt) den Vortritt ins Finale lassen mussten.

Im Endspiel kamen die Zuschauer schließlich auf ihre Kosten, doch der Spielwitz von Stoppel und die Dynamik von Bald konnten Hukriede/Westermeyer nicht in die Knie zwingen. Das Ergebnis von 21:19, 21:23, 21:15 beweist, dass die beiden Oldies an diesem Wochenende trotz zweier weiterer Dreisatzspiele im Viertel- und Halbfinale nicht unterzukriegen waren.

Damendoppel: Kaminski/Pohl einfach die Besten

Das Beueler Damendoppel Lisa Kaminski und Hannah Pohl bestreitet gemeinsam nationale und internationale Turniere und hat inzwischen den Sprung unter die Top-100 der Weltrangliste geschafft. Obwohl beide hinter den Refrather Titelverteidigerinnen Hanna Kölling/Mette Stahlberg gesetzt wurden, galten sie als Turnierfavoritinnen. Im Halbfinale waren Janssens/Kaulitzky nur im ersten Durchgang eine Hürde und im Finale die vereinsgemischte Paarung Fabienne Köhler / Inken Wienefeld (Langenfeld/Emsdetten) auch nur im zweiten Satz. Letztere hatten im Halbfinale die Titelverteidigerinnen aus Refrath in drei Sätzen bezwingen können.

Beide in Beuel trainierenden Spielerinnen kennen sich seit ihrer Kindheit beim TuS 05 Oberpleis und waren das mit Abstand eingespielteste Damendoppel dieses Turniers und damit die verdienten Meisterinnen 2016. Die Freudentränen von Lisa Kaminski machten dieses Doppel noch sympathischer.

Nach zwei intensiven Turniertagen standen am Sonntagnachmittag schließlich Aktive aus Beuel, Emsdetten, Hohenlimburg, Refrath, Solingen, Wesel ganz oben auf dem Podest. Dass sechs NRW-Vereine gleichzeitig Westdeutsche Meister stellen, ist sicher einzigartig. Mit Gladbeck, Langenfeld und Wipperfeld gesellten sich drei weitere Vereine mit Medaillengewinnern dazu.

Bernd Wessels verabschiedet sich

Eine besondere, durchaus emotionale Begegnung gab es zudem noch ganz zum Ende der Veranstaltung. Bernd Wessels, NRW-Vizepräsident und viele Jahre als Funktionär bei dieser Veranstaltung aktiv, ehrte unter anderem die beiden Mixedsieger Jessica Röthel und Niclas Lohau (STC Solingen) mit der NRW-Leistungsnadel. In diesem Zusammenhang erwähnte er, dass dies der erste Titel eines „kompletten“ Mixed des NRW-Traditionsclubs seit 1984 ist (damals von ihm selbst und Heidi Krickhaus), wenn auch z.B. Laura Ufermann an der Seite von Hendrik Westermeyer in jüngerer Zeit erfolgreich war.

Gleichzeitig verabschiedete sich der vielen Sportlerinnen und Sportlern über zahlreiche Jahre als sympathischer Begleiter und Ratgeber bekannte Wessels jedoch auch als Funktionär: Er wird im Sommer 2016 sein Amt als NRW-Vizepräsident aufgeben und sich seinen Hobbys Familie, Hunde und Quiz-Duell verstärkt widmen. Er hat den Spielbetrieb in Nordrhein-Westfalen in den letzten Jahren entschieden vorangebracht und unzählige Stunden für den Verband, die Vereine und damit auch jeden Sportler geopfert, ohne dass man das Gefühl hatte, er macht es nicht außerordentlich gerne. Vielen Dank lieber Bernd, ich werde Dich auf jeden Fall vermissen.

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(SB)


Das habe ich beim Sport gelernt
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