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6.11.19 08:00 Alter: 11 Tage

Von: Nicole Heidebrecht

Gst: Juniorsportler des Jahres

Die Badmintonspielerin Finja Rosendahl aus Mülheim wurde von der Deutschen Sporthilfe als „Juniorsportler des Jahres“ in der Kategorie Gehörlosensport ausgezeichnet.


Finja Rosendahl

Sie hat dieses Jahr in der Altersklasse U18 WM-Silber gewonnen und letztes Jahr sogar den EM-Titel – bei den Gehörlosen.

Aber wie ist es eigentlich, ohne Geräuschekulisse Badminton zu spielen?
Wir haben Finja mal persönlich gefragt und ein paar interessante Antworten bekommen.

Juniorsportler des Jahres – wie fühlt sich das an und welche Bedeutung hat das für dich?
Für mich ist hat das eine sehr große Bedeutung. Ich habe mich riesig darüber gefreut und ich habe auch nicht damit gerechnet, weil ich glaube für einen Sportler ist das die größte Auszeichnung, die man bekommen kann. Hier auch Danke an die, die mich unterstützt haben und mich auch immer noch unterstützen!

Dieses Jahr hast du WM-Silber mit nach Haus genommen, letztes Jahr sogar den EM-Titel. Was ist das für ein Gefühl für dich persönlich? Was macht das mit dir?
Für mich war das ein Riesenerfolg und ich habe das auch gar nicht erwartet. Letztes Jahr war das mein erstes internationales Turnier bei den Gehörlosen, weil ich da noch nicht lange mit drin war und deswegen ist man da so ohne Erwartungen reingegangen. Als ich dann auch noch den EM-Titel geholt habe, war das für mich einfach unbeschreiblich. Danach wurde für einen selber der Ansporn auch noch größer, wenn man dann zurück ins Training gegangen ist.
Dieses Jahr habe ich sogar den zweiten Platz der WM belegt. Damit hatte ich auch überhaupt nicht gerechnet, wegen den ganzen Asiaten (lacht). Das war schon ganz cool und hat mir gezeigt, dass vieles möglich ist, auch wenn es immer unmöglich scheint.

Wie hast du dich auf das Turnier vorbereitet?
Vorher hatten wir von den Gehörlosen noch zwei Lehrgänge, das waren zwei Wochenenden und dann haben wir da immer intensiv trainiert. Wir haben nur manchmal ohne Hörgeräte trainiert. Dann kamen noch ganz normal die Trainingswochen mit siebenmal die Woche Training hinzu.

Im normalen Training spielst du ja mit Hörgeräten. Was ist das für dich für eine Umstellung beim Gehörlosensport auf einmal ohne zu spielen? Wie ist es ohne Hörgeräte zu spielen?
Am Anfang ist das schon anders, weil man die Nebengeräusche gar nicht so hört. Dann ist man viel mehr für sich. Aber dann ist manchmal auch die Konzentration höher, weil es dann einfach ruhiger ist und man sich somit auch besser fokussieren kann.

Wenn du das Spielen mit Hörgeräten mit dem Spielen ohne Hörgeräte vergleichst, wo ist der Unterschied? Beschreibe bitte einmal die Situation.
Ohne Hörgeräte finde ich ist die Atmosphäre manchmal schöner. Wenn man nämlich mit Hörgeräten spielt, dann hört man von außen immer noch Klatschen und Rufen und ohne Hörgeräte hat man das so gar nicht und man ist eher so für sich.

Wenn du im Spiel ohne Hörgeräte spielst, wie sieht es dann mit der Unterstützung der Menschen um dich herum aus? Bekommst du sie mit?
Von der Unterstützung bekomme ich schon etwas mit, wie das Klatschen zum Beispiel. Das ist dann alles nur sehr leise und gedämpft. Wenn der Coach mir während des Spiels etwas mitteilen wollte, habe ich mich immer zu ihm umgedreht, damit ich sehen konnte, wenn er etwas sagen wollte. Dann redet er einfach lauter mit mir und dann versteh ich das auch.

Ist es nach den Gehörlosensport wieder komisch auf die Hörgeräte umzusteigen?
Ich persönlich finde nicht, dass das komisch ist, weil ohne Hörgeräte war es zwar viel leiser zu spielen, aber wenn ich dann wieder mit spielen muss, ist das für mich keine Umstellung.

Was war (neben den Siegen natürlich) deine schönste Situation?
Generell bei den Gehörlosen finde ich es immer am schönsten, dass es bei denen immer wie eine kleine Familie ist. Dort wird jeder herzlich aufgenommen und man konnte mit jedem über gefühlt alles auf der Welt reden und sich unterhalten. Ich versteh zwar keine Gebärdensprache, aber es war trotzdem immer wieder ganz lustig. Insgesamt war das echt schön und man hatte zusammen auch ganz witzige Momente gehabt.

(SB)


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